• Tesla präsentiert das Cybercab, ein autonomes Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale, das die Taxiindustrie revolutionieren soll.
      • Tesla in der Krise: Milliardenverluste und sinkende Verkaufszahlen machen das Cybercab zum möglichen Rettungsversuch.
      • Wettlauf gegen Waymo: Während Tesla noch testet, betreibt Waymo bereits Robotaxi-Dienste – wer setzt sich durch?

Im Oktober 2024 präsentierte Tesla auf einer Vernatslatung namens „We, Robot“ den Prototyp seines lang angekündigten Robotaxis, das „Cybercab“. Das autonome Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale soll die Taxiindustrie revolutionieren – doch Experten und Medien reagierten skeptisch. Besonders die Entscheidung, auf zusätzliche Sensoren wie Lidar oder Radar zu verzichten, stößt auf Bedenken. Elon Musk steht unter Druck: Nach verfehlten Produktionszielen und massiven Kursverlusten muss Tesla beweisen, dass das Cybercab tatsächlich alltagstauglich ist.

Teslas Problemjahr: Milliardenverluste und sinkende Verkaufszahlen
Seit Anfang 2025 hat Tesla eine Billion US-Dollar an Börsenwert verloren. Das Privatvermögen von Elon Musk, dem reichsten Menschen der Welt, sank um fast 120 Milliarden. Die Verkaufszahlen für Teslas brechen in Europa ein: In Deutschland sanken die Tesla-Zulassungen im Januar 2025 um 77% im Vergleich zum Vorjahr. In Europa insgesamt gingen die Verkäufe um über 50% zurück. Das Robotaxi könnte daher nicht nur als technologischer Fortschritt, sondern auch als Rettungsversuch für Teslas Geschäftsmodell gesehen werden.

Technische Details: Kamera statt Lidar – ein riskanter Ansatz?
Das Cybercab verzichtet vollständig auf Lenkrad und Pedale und setzt für seine Umgebungserkennung ausschließlich auf Kameras. Andere Hersteller autonomer Fahrzeuge, wie das Google-Tochterunternehmen Waymo, nutzen zusätzlich Lidar (eine Art Laser-Radar, das Entfernungen misst) und Radar, um auch bei schlechten Wetterbedingungen oder Dunkelheit zuverlässig zu funktionieren. Tesla hingegen verlässt sich auf ein neuronales Netzwerk, das aus Millionen von Fahrten gelernt hat, die Umwelt nur mit Kameras zu interpretieren. Kritiker warnen, dass diese Strategie anfällig für Fehldeutungen sei, insbesondere in unerwarteten oder gefährlichen Verkehrssituationen.
Tesla plant, das Cybercab in ein Ride-Hailing-Netzwerk wie Uber zu integrieren. Nutzer sollen per App eine autonome Fahrt buchen können. Eine Besonderheit: Tesla-Besitzer könnten ihre Fahrzeuge in das Netzwerk einbringen und so Einnahmen generieren, während Tesla einen Anteil behält. Musk behauptet, dass ein privates Tesla-Robotaxi bis zu 30.000 US-Dollar pro Jahr einfahren könnte. Die Idee klingt vielversprechend, doch das Modell steht unter regulatorischem Vorbehalt: In vielen Ländern sind Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale derzeit bisher nicht zulassungsfähig.

Waymo vs. Tesla: Wer führt das Rennen um autonomes Fahren?
Während Tesla mit seinem Cybercab noch in der Testphase steckt, bietet Waymo bereits seit 2020 Robotaxi-Dienste in Phoenix, San Francisco und Los Angeles an. Waymo setzt dabei auf eine Kombination aus Kameras, Lidar und Radar, um eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten. Kritiker bemängeln, dass Tesla bislang kein einziges fahrerloses Fahrzeug im Einsatz hat, während Waymo bereits zahlende Kunden befördert. Wer das Rennen gewinnt, hängt davon ab, ob Teslas Kamerasystem wirklich ausreicht – oder ob sich Waymos bewährter Ansatz durchsetzt. Ursprünglich sollten bereits 2020 eine Million Tesla-Robotaxis auf der Straße sein. Nun ist der neue Plan, ab Sommer 2025 erste Testfahrten ohne Sicherheitsfahrer zu starten und ab 2026 in die Serienproduktion zu gehen. Angesichts technischer Hürden, regulatorischer Unsicherheiten und sinkender Verkaufszahlen könnte sich dieser Zeitplan jedoch erneut verschieben. Das Cybercab ist Musks größtes Wagnis – ob es Teslas Zukunft sichert oder den aktuellen Niedergang beschleunigt, bleibt abzuwarten.

Mehr zum Cybercab hier lesen: https://www.tesla.com/de_de/we-robot