„Der Verkehr in den Großstädten nimmt drastisch ab“ – aus dem Tagesspiegel vom März 2020

Kurz nach dem Kontaktverbot in Deutschland hat der Verkehr deutlich abgenommen – zur größten Rush-Hour-Zeit am Donnerstagnachmittag des 19. März um 16 Uhr lag die Verkehrsbelastung in Berlin 31 Prozent unter dem durchschnittlichen Vorjahreswert.
Tatsache ist: Die Corona-Krise sorgt in vielen Großstädten für weniger Verkehr. Das geht aus einer Datenanalyse von Millionen Fahrzeugbewegungen durch den Navigationsdienst TomTom hervor.
Im internationalen Vergleich ist der Verkehr in Deutschland allerdings noch immer recht hoch. Dies lag hauptsächlich daran, dass es zu dem gemessenen Zeitpunkt noch keine Ausgangssperre gab.
Mehr zu den Auswirkungen des Lockdowns auf den (nationalen und internationalen) Verkehr hier.

„Verkehrsverwaltung will Taxigewerbe schützen“ – aus dem Tagesspiegel vom 26. Februar 2020

Veraltete Branchen auf Kosten moderner Lösungen schützen? Das darf nicht sein. Auch Bundesverkehrsminister Scheuer möchte den Markt stärker öffnen.
Bereits im Februar 2019 hatte der Politiker seine Vorschläge für eine Reform des Personenbeförderungsgesetzes präsentiert. Laut der Berliner Verkehrsverwaltung würden diese erhebliche Wettbewerbsnachteile für Taxiunternehmen bedeuten, berichtet der Tagesspiegel. Dazu gehöre etwa die Abschaffung der Rückkehrpflicht für neue Mobilitätsanbieter. Noch müssen Mietwagenfahrer*innen nach jeder Fahrt an ihren Firmensitz zurückkehren und dürfen anders als Taxis nicht auf der Straße auf Kunden warten.
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Fraunhofer Studie zu veränderten Mobilitätskonzepten

Im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wurden die Effekte auf die Umwelt durch neue Mobilitätskonzepte in zwei Simulationen bis 2030 und 2050 analysiert: In Szenario A „Behutsamer Mobilitätswandel“ wird das Personenbeförderungsgesetz für Sammelverkehre (Ride Pooling) gelockert und so die rechtlichen Regelungen zu Qualität, sozialen und ökologischen Standards der Mobilitätsangebote verbessert. Szenario B „Umfassender Mobilitätswandel“ unterliegt der gleichen Voraussetzung, zusätzlich werden neue Mobilitätsdienste, der Umweltverbund sowie der Abbau an Privilegien für private PKWs gefördert.

Ergebnisse

Die untersuchten Mobilitätsangebote (zum Beispiel der öffentliche Verleih von Elektrorollern oder Fahrrädern, Ride Pooling, Anruf-Sammel-Taxen und Carsharing in Verbindung von App-basierten Systemen, die die Buchung, Bezahlung und Abwicklung vereinfachen) weisen schon heute eine hohe Marktdynamik auf, die sich bis 2030 sowie 2050 auch weiter verstärken wird.

Werden diese neuen Mobilitätskonzepte so eingebunden, dass sie den öffentlichen Nahverkehr ergänzen und zudem der Umweltverbund im Vergleich zum motorisierten Privatverkehr gefördert und deutlich attraktiver wird, können mit neuen Mobilitätsangeboten der private Fahrzeugbesitz sowie Treibhausgaus-Emissionen erheblich sinken.

Jedoch ist es dafür essentiell, eine gute Integration sowie ein intelligentes Zusammenspiel der Verkehrsmittel zu fördern.

„Daher sollte der Bund nicht nur die Einführung neuer Mobilitätsdienste durch Anpassung des PBefG erleichtern, sondern gleichzeitig auch weitere Steuerungsinstrumente zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität einsetzen.”

Die umfassende Studie (November 2019) findet ihr hier.

„Das eigene Auto ist in Deutschland beliebt wie nie“ – aus Spiegel Online vom 17. September 2019

Anfang 2019 kamen in der Bundesrepublik auf 1.000 Einwohner 567 PKW – ein historischer Höchststand (Auswertung des Spiegels auf Basis von Daten des Kraftfahrtbundesamts sowie des Statistischen Bundesamts).
Damit wird es noch schwieriger, die Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen wie CO2 zu senken.
Hinzu kommt, dass das eigene Auto in ländlichen Gebieten notwendig ist. In vielen Gebieten kommen auf 1.000 Einwohner knapp 700 Pkw (zum Teil mehr).
In Städten und dicht besiedelten Gebieten dagegen sind weniger Autos als auf dem Land zugelassen (Berlin kommt auf 332 Pkw je 1.000 Einwohner). Hier haben die BewohnerInnen dank Digitalisierung und neuer Verkehrsangebote neue Optionen.
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Anstatt Innovation und Digitalisierung zu fördern, verhindert das Personenbeförderungsgesetz unter anderem, das Mietwagen-Services ihre Angebote noch stärker in ländlichen Gebieten anbieten können. Denn damit Menschen das eigene Auto hier stehen lassen, müssen neue Formen der flexiblen Mobilität und des öffentlichen Personennahverkehrs gefördert sowie die geteilte Nutzung von Transportmitteln wie Ridesharing über digitale Plattformen massentauglich werden.

Die Chancen der Digitalisierung im Taximarkt nutzen“ von 2017 – Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Digitalisierung und neue App-Anbieter verändern den Markt für Personenbeförderung. Doch aktuell lässt sich der Markteintritt dieser neuen Dienstleister nur eingeschränkt aufgrund ungeeigneter Regeln realisieren.
Dabei erleichtert die Digitalisierung die Vermittlung von Taxis, vermindert Leerfahrten und erhöht so die Produktivität. Flexible Preise können das Angebot an die Nachfrage anpassen und die Allokation von Taxis und Kunden verbessern. Außerdem reduzieren App-Anwendungen die Kosten der Behörden bei Sicherheitsprüfungen – die Nachvollziehbarkeit von Erlösen und Arbeitszeiten für die Aufsichtsbehörden werden vereinfacht.
„Um die Früchte dieser Innovationen zu ernten, müssen Beschränkungen des unternehmerischen Spielraums abgebaut werden, ohne dabei Kompromisse in Bezug auf die Sicherheit der Fahrgäste und die Einhaltung der Regeln einzugehen.”
Nach einer Reform ist damit zu rechnen, dass die Kunden von einem breiteren Angebot und geringeren Wartezeiten profitieren werden. Dazu reduzieren die bessere Vermittlung und die Vermeidung von Leerfahrten die Umweltbelastung und die Kosten der Taxifahrten.
Das komplette Gutachten findet ihr hier.